rumgestromert
rumgestromert

Burg Schönburg

Der liebe Herrgott hat es so eingerichtet, dass es von der Schönburg gleich mehrere gibt, da der Name nun nicht sonderlich originell ist. Die stattlichere steht am Rhein in Oberwesel und da hilft auch kein Lokalpatriotismus, sie gibt mehr her. Die Unsrigere nahe bei Naumburg gelegene überzeugt durch ein angenehmes Ruinenemsemble und einen gut erhaltenen und begehbaren Bergfried. Am Fuße der Burg schlängelt sich die Saale durch das Land und dazu noch ein herrlicher Blick in die frühherbstliche Naumburgische Landschaft und Schönburger Flur. Das Burgareal war bereits in vorchristlicher Zeit bis ins 7. Jahrhundert slawisches Siedlungsgebiet. Die ersten festen Bauten entstanden vermutlich um die Jahrtausendwende in Zusammenhang mit dem Burgenbauprogramm König Heinrichs zur Abwehr der verheerenden Raubzüge der Ungarn. Sie dienten sicher auch als Grenz- und Fliehburg zur Abwehr der Slaweneinfälle. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1157, die auf das Kastell, Weinanbau und und die Besitzer, derer von Schönburg verweist. Auf Sandsteinfelsen wurde sie 40 Meter über der Saale gebaut. Während des sächsischen Bruderkrieges wurrde sie etwa gegen 1450 zerstört und nicht wieder in Stand gesetzt. Der im Jahr 1230 gebaute Bergfried kann gegen einen kleinen Obolus bestigenen werden und verfügt über einen schönen Kamin im Turmgemach und eine kleine Wachstube an der Turmspitze . Bei den noch vorhandenene Ruinen handelt es sich demnach um im 12. und 13. Jahrhundert erbauten Resten der ehemaligen Burg, die durch ihre frühe Zerstörung in nachfolgenden Jahrhunderten nicht den jeweiligen Moden angepasst wurden. Die Einwohner von Schönburg und Possenhain nutzen das Mauerwerk der Ruine für eigene neue Bauten im Ort und gaben der Burg somit ihr heutiges Erscheibungsbild.  Das Gebäude neben dem Tor zur Vorburg ist die ehemalige Försterei und wurde 1539/40 im Stil der Renaissance erbaut. Es wird heute für eine Gaststätte genutzt. Zu erwähnen ist, dass der Philosoph Nietzsche mit einigen Freuden im Jahr 1860 auf der Burg eine literarische Vereinigung namens Germania gründete. Man traf sich vierteljährlich und 1863 endeten diese Treffen. Nietzsches Frühwerk fällt in Zeit der Schönburger Germania und als literarische Randbemmerkung mindestens für alle  Ewigkeiten erhalten.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Christian Kricke